20110806 Ruhetag 2

Die Aufs und Abs des Radfahrers

Und damit meine ich heute das Profil der Strecke. Aber der Reihe nach.

Mitten in der Nacht kommt die Fähre in Bodö an und ich habe noch 4km bis zum Campingplatz zu radeln. Ein italienisches Ehepaar geht ebenfalls von Bord, möchte aber die Nacht noch weiter fahren. Ich werde auf jeden Fall in Bodö bleiben und schlafen. Die Abfahrtszeiten der Hurtigruten bringen mich ganz schön durcheinander. Aber das sollte die letzte gewesen sein.

Die Rezeption des Campingplatzes ist noch besetzt und der nette Mensch verlangt nur 75 anstatt der üblichen 110 Kronen, weil die Nacht ja schon fast vorbei ist. Ich versuche leise das Zelt aufzubauen um die anderen nicht zu wecken. Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht, aber beschwert hat sich keiner. Um vier Uhr komme ich dann auch zum Schlafen.

Campingplatz Bodö

Morgens werde ich allerdings schon wieder um acht Uhr wach. Ausgeschlafen ist was anderes, aber ich habe heute sowieso einen halben Tag Ruhe eingeplant. Drei Mal gefrühstückt, dabei den gestrigen Tag festgehalten und die Planung für die nächsten beiden Etappen gemacht. Um die Mittagszeit breche ich gemütlich auf. Heute sind nur 64km geplant.

Aus Bodö heraus geht es zunächst 10km auf einem Radweg entlang der vielbefahrenen B80 Richtung Osten mit leichtem Gegenwind. Ab Löding geht es Richtung Süden und später Südwesten auf einer kaum befahrenen Landstraße weiter.

Radweg entlang der B80

Bis Fjell geht es die Küste entlang. Allerdings nicht, wie man meinen könnte, flach. Immer wieder kommen kurze steile Anstiege, die man mit dem Gepäck leider nicht übersprinten kann. Es fällt mir auch irgendwie schwer zu akzeptieren, daß 20hm von 0 auf 20 eben 20hm sind. Das Ganze macht man 10-20 Mal und so kommen halt auch 300hm beisammen.

mein erster Pausenplatz

Unterwegs treffe ich eine Berlinerin (Ü70), die noch möglichst viel von der Welt sehen möchte und mir ganz viele tolle Tipps gibt, wo man tolle Aussichten und Landschaften erleben kann. Leider habe ich keine Zeit, mal eben ein paar Kilometer irgendwo links abzubiegen und mir was anzuschauen. Ihr Tipps sind lieb gemeint und sie wünscht mir alles Gute für meine weitere Reise. Irgendwann komme ich mal mit dem Camper hier hoch und dann schaue ich mir alles in Ruhe an.

mein zweiter Pausenplatz

Nach Fjell kommt dann endlich ein richtiger Anstieg auf 200m auf knapp 7km. An sich ist es schwerer, aber es fällt mir deutlich leichter und macht mir persönlich mehr Spaß als dieses ständige auf und ab (Wenn ich mich wiederholen sollte, bitte ich das zu entschuldigen. Aber das sind nun mal die Dinge, die mich so beschäftigen).

irgendwo am Ende ist eine Brücke

Das Schöne an solchen Aufstiegen ist es, daß es auf der anderen Seite meistens eine längere Abfahrt gibt, bei der man sich etwas ausruhen kann und wunderbar die Landschaft genießen kann. Und so geht es auch hier 5km hinab zum nächsten Fjord. Insgeheim freue ich mich schon darauf, nach Trondheim in’s Landesinnere in die Berge zu fahren. Das wird zwar anstrengend aber bestimmt schön. Aber bis dahin bin ich bestimmt noch 5-6 Tage an der Küste unterwegs.

der Beginn eines Wasserfalls

 

da geht es rauf

Auf der Abfahrt passiert dann etwas, was ich schon länger erwartet habe: Beim rausholen des Kamera stülpt sich die Rückentasche durch den Fahrtwind nach außen. Da in der Tasche ebenfalls einer von zwei Schlüsseln für das Fahrradschloß drin ist, drehe ich für ein paar Meter um und suche nach dem Schlüssel. Als ich die Stelle erreiche, wo ich der Meinung bin, daß ich damit angefangen habe, die Kamera herauszuholen und den Schlüssel noch nicht gefunden habe, kommt mir ein Gedanke: Ich schaue einfach mal auf meinen hinteren Taschen. Und siehe da, da liegt der Schlüssel.

und da geht's runter

Bis zum Campingplatz ist es dann auch nicht mehr weit und so komme ich um viertel nach fünf Zeitig an. Ein günstiger Tag um Wäsche zu waschen und noch ein wenig zu regenerieren. Dafür, daß es nur 64km waren, war es doch anstrengend und so langsam brauchen meine Beine doch mal etwas Erholung. Aber morgen soll das Wetter gut werden…

Sitzgelegenheit am Campingplatz

20110806

Die 30.000hm sind absolviert. Aber da werden noch einige hinzu kommen.

Dieser Beitrag wurde unter 2011 Nordkap veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu 20110806 Ruhetag 2

  1. Jens sagt:

    Hallo Marco,

    vielen Dank für die Postkarte vom Nordkap!

    Weiterhin viel Spaß auf der Rückreise
    wünscht Dir die Familie Falk

Schreibe einen Kommentar