20220930 erster Tag

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20220929 Der Tag vorm Start / Registrierung

Mittags in einer Regenpause zur Registrierung gefahren. soweit alles ok. Habe meinen gps tacker und meine Kappe mit meiner Startnummer bekommen. Leider nicht meine Farbe 😉

Ab 1800 ist dann noch Rider’s Meeting. Letzte Instruktionen für das Rennen.

Auf der Rückfahrt festgestellt, dass die Schaltung noch nicht optimal ist. Habe leider den hinteren Umwerfer falsch abgeschraubt. Zum Glück heute festgestellt und gefixt.

Teilnehmerfeld ist bunt gemixt. Viele junge, einige ältere (bis 60), auch einige Mädels und Frauen dabei. Viele aus England. Auch einige Deutsche am Start.

Wettervorhersage sieht ganz gut aus. Morgen früh soll’s zwar regnen, dann aber viele Tage Sonne mit bis zu 24 Grad.

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20200726 Geschafft

Der letzte Tag hatte es aber noch mal in sich. Der Regen war zumindest durchgezogen und auf leicht feuchten Straßen ging es durch das Rheingebiet rund um Ludwigshafen, Worms bis nach Mainz mit Rückenwind aus Süd-West die ersten 80km ganz gut voran.

Allerdings war mir schon klar, dass ich von Mainz bis Bingen Gegenwind haben werde. Dass der Wind den Tag über auch noch gedreht hatte und dann aus West oder Nord-West gekommen war, machte es auch nicht besser. Und so wurden die nächsten 150-160km zur mentalen Qual. Die Beine bewegten sich zwar immer noch einigermaßen rund, aber dieser Wind macht einen schon mürbe. Rein rechnerisch macht es eigentlich auch keinen entscheidenden Unterschied, ob man mit 21 mit Gegenwind, 22 bei Windstille oder 23km/h mit Rückenwind fährt. Auf 200km benötigt man dann irgendwas zwischen 8,5 und 9,5h. Und ob ich jetzt eine Stunde früher oder später ankomme, spielt eigentlich keine Rolle. Reine Kopfsache also. Aber so recht wollte der Kopf nicht mehr.

Nach einem weiteren Gespräch mit der Info-Zentrale in Person von Michaela habe ich Abends erst mal eine längere Pause gemacht. Laut Wetterbericht sollte der Wind im Laufe des Abends bzw. der Nacht abflauen und am nächsten Tag sogar aus Süden kommen. Habe mir in der Pause 500g frische Tortellini gegönnt. Die hatte ich vom Vortabend noch mit und haben echt gut getan.

Während des Telefonats saß ich irgendwo in einem verlassenen, weil Sonntag, Industriegebiet auf dem Gehweg. Ich muß wohl ziemlich kaputt ausgesehen haben, denn ein ziemlich tätowierter Mann kam zügigen Schrittes auf mich zu und fragte, ob alles in Ordnung sei. Ich sagte ihm dann, das ich mit dem Wind hadere, etwas erschöpft wäre aber eigentlich alles OK sei. Und wieder zeigte sich, dass die meisten Menschen gar nicht so schlecht sind.

Um den Tag und die Helligkeit noch eingermaßen zu nutzen, konnte ich mich nach der Pause doch noch mal aufraffen, um auch gegen den Wind weiter zu fahren. Geplante Ankunft war zu diesem Zeitpunkt schon nach Mitternacht.

Und so ging es km um km langsam aber stetig weiter. Von Remagen bis Bonn zog es sich wie Kaugummi, in Bonn selbst, es war dann auch schon dunkel, hatte ich dann aber eine gute Hauptstraße mit separatem Fahrradstreifen gefunden, die mich recht kurzweilig und geradlinig durch die ehemalige Hauptstadt geführt hat. Den Rheinradweg habe ich versucht, so viel wie möglich zu vermeiden, weil der, das wusste ich, in dieser Gegend immer wieder von Wurzeln durchzogen ist und jeder Hubbel dem mittlerweile doch teilweise empfindlichen Hintern zugesetzt hätte.

Hinter Bonn dann einigermaßen gut bekanntes Gebiet. Habe mich dann über Wesseling und Brühl bis nach Hause geschleppt. Der Haus“berg“ Knappsack tat dann gerade in Fischenich mit kurzen 10% noch mal etwas weh, aber nach 15,5 Tagen, 3010km, 137:43 in Bewegung, 13667hm und ~50.000 kcal (ohne Grundumsatz) bin ich genau genommen am 27.07. um ca. halb eins zu Hause wieder angekommen, wo mich Michaela schon vor der Haustür empfangen hatte.

Das war meine „große“ Tour 2020. Unterm Strich erfolgreich. Ziele soweit erreicht, gesund geblieben und keine wirklichen Probleme gehabt. Ärgerlich ist nur das zerkratzte Tretlager und die verlorenen Kopfhörer. Beides aber verkraftbar.

Gesamtstrecke: 281.2 km
Gesamtanstieg: 725 m
Gesamtabstieg: -765 m
Gesamtzeit: 17:09:18
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20200725 Strecke machen

Einigermaßen ausgeschlafen bin ich um 7 Uhr zum Frühstück gegangen, um dann kurze Zeit später auch direkt loszufahren. Fahrrad und Gepäck hatte ich am Vorabend schon alles soweit vorbereitet. Ziel des heutigen Tages war es, soweit wie möglich Richtung Heimat zu kommen, weil für den morgigen Tag teilweise heftiger Regen angesagt war.

Nach 5m einrollen musste ich dann erst mal feststellen, dass im Hinterrad viel zu wenig Luft war. Leider verliert das Hinterrad seit Tagen ein bisschen Luft. Einmal nachgepumpt hält es dann aber für den Tag durch. Bisher konnte ich alle meine Touren ja immer ohne Platten beenden.

Samstag morgens aus Immenstadt raus war dann eigentlich kein Problem. Kurz danach kam der erste längere Anstieg in den Allgäu hinein. Die Beine waren erfreulich gut drauf und es ging relativ geschmeidig 200hm hoch.

Danach folgte das bekannte Auf und Ab durch den Allgäu, was sich später auch in der Schwäbischen Alb wiederholte. Gefühlt wollte es einfach nicht runter gehen. Die Sonne und die 28 Grad machten es auch mal wieder nicht einfacher.

Auf irgendeiner schmalen, gut asphaltierten Abfahrt mit Tempo ~45 durch die Felder war ich einem Autofahrer wohl zu langsam. Ich war ein wenig überrascht, als mich rechts durch die Wiese ein Kombi überholt hat. Immerhin hatte er Abstand gelassen. Insgesamt ging es aber mit den Autos. 1-2 Mittelfinger pro Tag sind OK und richtig gefährlich war es eigentlich nie. Zumindest habe ich es nie so empfunden.

Mein Minimalziel „Rhein“ hatte ich Nachts so um ein Uhr bei Germersheim erreicht. Mein Zustand ging einigermaßen. Allerdings hatte mir Michaela schon mitgeteilt, dass es Nachts anfangen sollte zu regnen. Deswegen habe ich mich zu einer Pause mit Schlafen unter dem Vordach einer Rhein-Terrassen-Gastronomie entschieden. Da es mitten in der Nacht immer noch 20 Grad schwül-warm war, zuerst ohne Schlafsack geschlafen, etwas später, als dann der Regen kam, habe ich mich dann doch in selbigen verkrochen.

Gesamtstrecke: 321.16 km
Gesamtanstieg: 2418 m
Gesamtabstieg: -2978 m
Gesamtzeit: 17:27:38
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20200724 Südlichster Punkt Deutschlands

Es ist vollbracht! Und es war ein hartes Stück Arbeit. Pünktlich um 0800 mit einiger Nervosität los, 09xx Oberstdorf, ca. um 11 an der letzten bewirtschafteten Hütte. Der Hüttenwirt sagte was von einem einfachen Weg zum Grenzstein 147. Bis dahin alles asphaltiert und bis auf einen Abschnitt mit 15% relativ einfach. Danach noch 2-3km gut befahrbar. Aber dann fing es an. Die Nacht hatte es geregnet, was zu nassen Steinen und für viel Matsch gesorgt hat. Für die letzten 2km habe ich gute 1,5h benötigt. Fahren ging gar nicht mehr, meistens schieben, häufig auch tragen. Auf schmalen Wegen habe ich das Rad senkrecht auf dem Hinterrad vor mir hergeschoben. 2 Murmeltiere waren da deutlich eleganter unterwegs. Ein ziemlich schweißtreibendes Unterfangen. Bei den letzten 150m ging es nur noch auf allen dreien. Auf dem verbleibenden Arm war das Rad geschultert. Auf den ersten Blick war auch nicht wirklich der „Weg“ erkennbar. Nur hier und da ein roter Punkt. Aber dann war es doch geschafft. Grenzstein 147. Südlichsten Punkt Deutschlands erreicht. 1881m NN. Wetter war mit 13-15 Grad und leichter Bewölkung eigentlich perfekt. Bloß kein Regen oder Gewitter im Gebirge. Der Abstieg war dann auch noch mal eine Herausforderung. Bei einer von vielen Verschnaufpausen haben sogar die Beine gezittert. Aber bis auf 2-3 mal leichtem ausrutschen ist alles gut gegangen.

Die asphaltierte Abfahrt dann recht geschmeidig. Gut, daß ich Jacke und Überziehschuhe eingepackt hatte. Unten im Tal hatte es geregnet, so das die Wege noch nass waren. Fahrrad sah ohnehin schon aus wie Sau, wurde dadurch aber auch nicht besser. Am Ortsrand von Immenstadt zufällig an einer SB Waschanlage vorbei gekommen und da das Rad abgespritzt. Im Hotel dann ein ordentliches Abendessen gegönnt.

Jetzt nur grad schnell nach Hause fahren. Nur noch 600km. Mal schauen, ob ich mich dazu noch aufraffen kann. Der Wind wird bestimmt eine entscheidende Rolle spielen.

Gesamtstrecke: 79.9 km
Gesamtanstieg: 1321 m
Gesamtabstieg: -1335 m
Gesamtzeit: 07:51:26
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