20131212 Himmel oder Hölle

das war heute wohl Ansichtssache

Bei leichter Bewölkung ging’s mal wieder mit Kendy und Michael auf die Piste. Ebenfalls mit dabei waren Janice und Walli. Diesen Gruppe habe ich zunächst aus der Stadt Ipoh geführt, woraufhin Michael mir den Titel „Leader of the pack“ gegeben hat, da ich das ja fast immer mache. Temperaturen waren super, Verkehr so naja, aber ein paar schöne Gebäude lagen auf dem Weg, wie hier diese große Moschee
IMGP5725_600x337oder hier der Bahnhof von Ipoh.IMGP5726_600x337Auf einer Brücke hatte man auch wieder einen schönen Ausblick auf die angrenzenden Berge, die teilweise noch im Morgennebel verborgen lagen.IMGP5727_600x337Nach ein paar Km hat sich der Verkehr etwas gelegt und es ging auf einer sehr angenehm zu fahrenden Landstraße weiter. Zunächst ging es leicht bergauf und bergab durch endlose Palmöl-Plantagen, wo mich eine stolze Walli in den Bergabstücken immer wieder überholt hat. Sie hatte ihren Spaß dran. Irgendwann war sie dann aber verschwunden. Dafür hat sich Trond zu uns gesellt.IMGP5735_600x337Und so ging es zu Viert durch die Lande. Die Straße führte mehr oder weniger, eher weniger, an einem Fluß entlang und wir hatten leichten Rückenwind, was das Radfahren echt angenehm gemacht hat. Michael, der eigentlich eher so bei 20km/h „rumdümpelt“ hat sich auch von dem wahnwitzigen Schnitt von 24 nicht abschrecken lassen. Es lief einfach bei allen super gut.IMGP5737_600x337

IMGP5740_600x337In einer kleinen Ortschaft mußten wir dann wegen dem Wochenmarkt(?) kurzzeitig etwas langsamer fahrenIMGP5743_600x337

IMGP5745_600x337aber danach rollten wir wieder zügig, aber trotzdem locker bis zum Mittagessen weiter. Während der Pause merkte ich schon, daß die Sonne an Kraft gewonnen hatte und es wurde langsam wärmer, aber es war immer noch leicht bewölkt.IMGP5748_600x337Nach ner halben Stunde Pause ging’s dann mit der gleichen Truppe weiter.IMGP5749_600x337Von denen haben wir heute mehrere gesehen, wie sie das Gras am Straßenrand gemäht haben. Insgesamt sind die Straßen in einem ganz guten Zustand. Heute ist mir allerdings aufgefallen, daß immer mal wieder Glasscherben irgendwo rumliegen. Vermutlich von Unfällen. Das war in den anderen Ländern bisher nicht der Fall.IMGP5753_600x337Eine weitere von vielen Moscheen.IMGP5754_600x337Neben den unzähligen, häufig sehr schönen Steinhäusern waren auch immer wieder alte Holzhäuser zu sehen. Teilweise allerdings auch nicht mehr bewohnt und schon verfallen. IMGP5758_600x337Entlang der Straße gab’s auch wieder einiges zu kaufen. Zu dieser Frucht müßte in dem Blog von Dennis was zu lesen sein, der sich gestern daran versucht hat. Ich weiß bisher nur so viel, daß es sich dabei um die Durien-Frucht (?) handelt und selbige erbärmlich stinkt und in Hotels sogar verboten sind, weil sich der Gestank wohl ewig hält.IMGP5759_600x337Und so sieht es aus, wenn diese Frucht gerade vom Feld(?) oder woher auch immer kommt.IMGP5760_600x337Entlang den Straßen befindet sich nahezu immer irgendeine Form von Wasser. Meistens Kanäle und gelegentlich auch so ne Art Sumpf- und Seenlandschaft. Insbesondere Kendy hält immer ein Auge darauf, um nicht doch eine von diesen Echsen oder vielleicht doch mal eine Schlange zu entdecken. Irgendwie würde da eine Python prima ins Bild passen.IMGP5761_600x337Aber anscheinend gibt es ein paar Fische darin, wie diese spontante Angelaktion beweist.IMGP5762_600x337Mit fortschreitender Tageszeit wurde es immer wärmer und wärmer. So bei Km 85 hat mich Trond schwer atmend gebeten, daß Tempo etwas zu reduzieren. Seinem Wunsch habe ich versucht umzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, daß ihm einfach die Luft ausgegangen ist. Er macht jetzt nicht gerade den Eindruck von einem super durchtrainierten Radfahrer.

Bei Km 88 hat er dann um einen Zwischenstopp gebeten. Wir hatten sowieso vor, bei Km 90 eine Pause einzulegen und laut Wegbeschreibung war da auch eine T-Kreuzung, an denen sich meistens etwas Zivilisation befindet. So war es dann auch. Wie sich dann schnell rausstellte, war Trond’s Zustand nicht mehr der beste. Entweder dehydriert oder Hungerast oder Hitzschlag oder alles zusammen, weiß ich nicht. Aber die nächsten 20-30 Minuten hat er einfach nur da so rumgesessen. Immerhin konnte er was trinken und auch etwas essen. Glücklicherweise kam nach ein paar Minuten Douglas mit dem Bus vorbei und für Trond endete der heutige Tag auf dem Fahrrad. Douglas mußte allerdings kurze Zeit später auch schon wieder zurück, um Eric einzusammeln, der wohl ebenfalls mit der Hitze so seine Probleme hatte. Insgesamt kein Wunder: Eric ist vor ein paar Tagen aus Kanada gekommen, wo es Temperaturen so um die -40°C (in Worten: Minus Vierzig Grad) gegeben hat. Bei Trond aus Oslo waren es nicht ganz so große Temperaturschwankungen, aber dennoch genug, um mit der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit nicht klar zu kommen. Als wir nach Laos gekommen sind, erging es vielen von uns nicht besser. Douglas hat dann Miles angerufen, die mit dem Bus vom Hotel aus dann Trond eingesammelt haben. In der Zwischenzeit wurde er fürsorglich von Janice und Kendy versorgt, indem sie Wasser in und auf ihn gekippt haben.IMGP5764_600x337Und wie das so ist, treffen nach ein paar Minuten immer mehr und mehr Radfahrer ein, was bei der Ladenbesitzerin wahrscheinlich für ein verfrühtes Weihnachtsgefühl gesorgt hat. Sie hat zumindest strahlend mit den Geldscheinen rumgewedelt.IMGP5765_600x337Das Getränk des Tages „100 Plus“, ein malaysisches isotonisches Getränk, was gar nicht so schlecht schmeckt.IMGP5766_600x337Für Michael gab es einen kleinen Schreckmoment, als dieses Insekt sich auf ihn niedergelassen hat.IMGP5767_600x337Nach ca. einer halben Stunde kam dann Miles mit dem Bus an und hat Trond eingesammelt. Für uns lagen dann noch 18 schweißtreibende Km vor uns, die wir aber ohne weitere Vorkommnisse hinter uns gebracht haben. In der Hotel-Lobby haben schon Claire und Miles auf die Fahrer gewartet.IMGP5773_600x337Unsere Taschen lagen heute als Geschenke unter’m Weihnachtsbaum.IMGP5774_600x337Hier ist schon die farbenfrohe Nachspeise vom Abendessen zu sehen. Der Pudding sah doch sehr künstlich aus und war wohl auch eher geschmacksneutral. Immerhin war die Papaya sehr lecker.IMGP5779_600x337Weil die morgige Fahrt nach Kuala Lumpur mit dem Bus stattfinden wird, haben wir es heute Abend noch richtig krachen lassen und haben bis neun Uhr Abend noch Billard gespielt. An einem Fahrtag undenkbar. Hat aber richtig viel Spaß gemacht.IMGP5783_600x337

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IMGP5781_600x337Wir, Michael, Kendy und ich, hatten auch noch kurz die Diskussion, ob wir nicht besser auf Trond hätten aufpassen können oder müssen, weil wir ja doch mittlerweile die erfahreneren Fahrer sind. Meiner Meinung nach sind wir aber alle alt genug, um uns zu melden, wenn es einem nicht gut geht. Für uns war es ein eher himmlischer Tag, für Trond wahrscheinlich, zumindest kurzzeitig, die Hölle.

20131212

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